COMM auf Deutsch

Molekulare Medizin bezeichnet ein Forschungsgebiet zwischen Humanbiologie und Humanmedizin, in dem die zellulären und molekularen Grundlagen der Funktionen menschlicher Organsysteme, die Enstehung von Krankheiten und die Entwicklung neuer Therapien erforscht werden. Das Kompetenzentrum Molekulare Medizin (Competence Center Molcular Medicine, COMM) wurde 2006 an der Universität des Saarlandes eingerichtet, um eben dieses Forschungsgebiet zu stärken.

Unsere Ziele


  • Das COMM fördert den Wissens- und Technologietransfer in der Medizinischen Fakultät, der Universität und dem Klinikum.
  • Wir informieren über aktuelle Forschungsergebnisse unserer Mitglieder.
  • Wir unterstützen die Identifizierung von Talenten.
  • Wir begleiten die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses und helfen bei der Integration in das Forschungsumfeld.
  • Wir unterstützen bestehende Forschungsnerzwerke und bündeln Ressourcen für neue, innovative Forschungskooperationen.

 

Unsere Aktivitäten


  • Wir informieren auf unserer Homepage und Ständen auf öffentlichen Veranstaltungen.
  • Wir organisation Vortragsreihen mit Gastwissenschaftlern, Klinikern und Idustrievertretern.
  • Wir übernehmenen Repräsentationsaufgaben, z.B. gegenüber Geldgebern und dem Wissenschaftsrat.
  • Wir bieten Lehrerfortbildungen und Schülerpraktika an.
  • Wir fördern die Zusammenarbeit von klinischen, präklinischen, pharmazeutischen und biotechnologischen Arbeitsgruppen.

 

Unsere Mitglieder


Unsere Mitglieder sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät auf dem Campus Homburg, sowie der Fakultäten Naturwissenschaften & Technik und Mathematik & Informatik auf dem Campus Saarbrücken. Die meisten von ihnen arbeiten eng in verschiedenen Forschungsnetzwerken zusammen, die z.B. von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) oder von der EU gefördert werden. Hier finden Sie eine Übersicht über die aktuell geförderten Verbünde.

 

Forschung


Der Mensch besteht aus ca. 100 Billionen Zellen (z.B. Nervenzellen, Leberzellen, Herzzellen). Jede Zelle ist von einer Membran umgeben. Proteine, die in die Zellmembranen eingelagert sind (Membranproteine), regulieren den Transport von Stoffen und Informationen in die Zelle hinein und aus der Zelle heraus. In den einzelnen Zellen befindet sich das Zytoplasma, sowie die Organellen mit unterschiedlichen Funktionen  (z.B. Mitochondrien, Zellkern, Endoplasmatisches Retikulum). Die Organellen sind ebenfalls von Membranen umgeben und auch hier sorgen Membranproteine für einen gezielten Stoff- und Informationsaustausch. Im Zellkern befindet sich das Erbgut, die DNA. Sie liegt normalerweise als Doppelhelix vor (während der Zellteilung bildet sie die Chromosomen) und enthält die Gene, weche die Informationen für den Bau von löslichen Proteinen und Membranproteinen enthalten. Für die normale Entwicklung des Menschen und einen funktionierenden Stoffwechsel sind mindestens 20.000 verschiedene Proteine erforderlich.

 

 

Die COMM-Mitglieder untersuchen die Vorgänge, die für eine gesunde Zell- und Proteinentwicklung nötig sind. Darüber hinaus erforschen sie, warum bestimmte Krankheiten entstehen und welche Prozesse in den Zellen dann nicht richtig funktionieren. Einige COMM-Mitglieder erforschen die Mechanismen, die zur Wahrnehmung von Umweltreizen (z.B. Gerüche, Geräusche, Schmerzen) nötig sind, wie diese im Gehirn verarbeitet werden und was zu den entsprechenden Reaktionen führt. Da Membranproteine auch Angriffsziele für viele Medikamente sind, hilft deren Untersuchung im Labor bei der Entwicklung neuer Medikamente und Therapieansätze. In der nachfolgenden (noch nicht vollständigen) Tabelle sind einige Forschungsschwerpunkte unserer Mitglieder zusammengestellt.

 


 

Was sind die molekularen Mechanismen der Neurotransmitterfreisetzung während der Signalübertragung in Nervenzellen? Wie funktioniert die Signalübertragung in der Netzhaut und welche Mechanismen können zur Erblindung führen?


 

Wie nehmen Organellen ihre physikalisch-chemischen Eigenschaften wahr und erhalten sie? Welche Rolle spielen Redoxveränderungen in Zellen z.B. beim Umbau von Herzmuskelzellen nach der Chronischen Nierenerkrankung?


 

Welche Rolle spielen Kalzium- und andere Ionenkanäle bei der Herzfunktion, der Insulinfreisetzung, der Schmerzwahrnehmung, beim Hören oder bei der Entstehung von Tumoren?


 

Wie funktioniert das menschliche Immunsystem und was sind die Ursachen für Autoimmunerkrankungen, die Alzheimer-Krankheit und Krebs?


 

Wie arbeiten Neurone und Gliazellen im zentralen Nervensystem zusammen?


 

Wodurch unterscheiden sich Zilien in verschiedenen Zelltypen und wie entstehen Ziliopathien (z.B. bei Netzhautdegeneration und bestimmten Nierenerkrankungen)?


 

Welche Rolle spielt das Zytoskelett bei der Zellbewegung?


 

Wie werden Signalmoleküle (z.B.Hormone, Duftstoffe) im Riechsystem erkannt und in bestimmte Verhaltesweisen wie z.B. Erkennen von Nahrung, Aggression und mütterliche Fürsorge übersetzt?


 

Wie funktionieren die “Fresszellen” unseres Immunsystems? Welche Funktionsmechanismen führen zu entzündlichen Lebererkrankungen und Arteriosklerose? Wie werden Giftstoffe in die Zelle aufgenommen, transportiert und wie entfalten sie ihre Wirkung?